Implementationsforschung

Im Rahmen der Implementationsforschung wird dokumentiert, inwiefern sich das in den USA erfolgreich etablierte Nurse Family Partnership (NFP)-Programm auch in Deutschland umsetzen lässt (Prozessevaluation).

Da Pro Kind erstmals im deutschen Sprachraum implementiert wird, konzentriert sich die Implementationsforschung in den nächsten drei Jahren ausschließlich auf den programmorientierten Ansatz. Dieser beinhaltet die folgenden Fragestellungen:

 

  • In welchem Ausmaß lassen sich die Kernkomponenten des NFP-Programms im Rahmen von „Pro Kind“ in Niedersachsen umsetzen?
  • Welche Frauen/ Familien werden durch das Modellprojekt erreicht?
  • Welchen Einfluss hat der Familienbegleitungsmodus auf die Erreichbarkeit und Retention der Zielgruppe?

 

 

Neben einem Soll-Ist-Vergleich, in dessen Rahmen die angestrebten Kernkomponenten und die Durchführungswirklichkeit einander kritisch gegenübergestellt werden, wird den durchführungsbedingten Ursachen der Zielabweichung nachgegangen. Dabei wird untersucht, in wie weit es den Projektakteuren jeweils gelingt, die vorgesehenen Durchführungsschritte einzuhalten.

Darüber hinaus ist auch die Integrierbarkeit des Programms und dessen Vernetzung mit bereits bestehenden sozialen Dienstleistungsangeboten Gegenstand der Implementationsforschung.

Folglich stehen drei Ebenen in der direkten Betrachtung der Implementationsforschung:

 

Handlungsebene: Kommunen als Interessenvertreter

 

Handlungsebene: Projektverantwortliche als Multiplikatoren

 

Handlungsebene: Projektakteure als direkte Vermittler der Programminterventionen

 

 

 

 

Erhebungsinhalte

Die Programmausführung wird durch eine genaue Prozessevaluation an den jeweiligen Projektstandorten überwacht. Ein hierfür komplex ausgearbeitetes Dokumentationssystem, das durch die Familienbegleiterinnen selbst ausgefüllt wird, macht die Inhalte und Themen der Hausbesuche transparent. Die Hausbesuchsdaten werden für eine regelmäßige Berichtslegung zusammenfassend aufbereitet.

Diese Daten tragen nicht nur entscheidend zur laufenden Qualitätssicherung des Programms bei, sondern auch zu dessen Übertragbarkeit und bundesweiten Implementation, in dem es die hierfür notwendige Unterstützung seitens Politiker und Geldgebern sicherstellt.

 

Kommunen als Interessenvertreter

Qualitative Befragungen der kommunalen Vertreter mit einem Bestandsaufnahmefragebogen zur Erfassung des politischen und gesellschaftlichen Kontextes, in den Pro Kind implementiert wird.

 

Projektverantwortliche als Multiplikatoren

Qualitative Befragungen der Mitarbeiterinnen des Praxisteils zu ihren Erfahrungen im Rahmen ihrer Tätigkeit für „Pro Kind“. Die Interviews werden zu zwei Messzeitpunkten stattfinden: 6 Monate nach Projektbeginn (t1) und 12 Monate nach Projektbeginn (t2).

 

Projektakteure als direkte Vermittler der Programminterventionen

Qualitative Befragungen der Projektakteure zu zwei Messzeitpunkten mittels leitfadengestützter Experteninterviews: 6 Monate nach Beginn der Familienbegleitung (t1) und gegen Mitte der Familienbegleitung 6 Monate später (t2). Im Fokus der Interviews steht die Befragung nach den besonderen Herausforderungen, die sich den Projektakteuren in der Projektarbeit (z.B. Schwierigkeiten beim Beziehungsaufbau und der Beziehungsgestaltung, Vermittlung der Programminhalte etc.) als auch in der interdisziplinären Arbeit stellen. Die Interviews werden als Einzelinterviews sowohl mit den Hebammen als auch mit den Familienhelferinnen durchgeführt.

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